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Der Traum des Publikums: Theresa Hak Kyung Cha: Dreisprachig

Die Generali Foundation schürft weiter gemäß ihrer Archäologie der Conceptual Art, und vielerlei Verschüttetes und Verschollenes ist noch zutage zu befördern. Momentan arbeitet man bei den Frauen, die Länder des ehemaligen Ostens sind ein weithin brachliegendes Terrain, doch auch in den hegemonialen Bereichen der Hauptstädte und starken Geschechter hat sich mancherlei sedimentiert (Ian Wilson etwa, der "Oral Communications"-Artist der späten Sechziger, wäre ein lohnendes Objekt). Nun also Theresa Hak Kyung Cha. Geboren in Korea, gekommen nach Amerika, studiert an der linken Kaderschmiede Berkeley, ist ihr ureigen, was man momentan und auch nicht mehr ganz neuerdings an Differenz und Alterität schätzt. Es ist ihr, wie man das nennt, eingeschrieben. Noch dazu erfuhr sie einen ganz traurigen Tod. Sie wurde 1982, gerade 31jährig, in New York von einem Unbekannten ermordet. Doch das Werk, wie es die Generali Foundation ausbreitet, setzt durchaus wenig auf das Prinzip der Verkörperung, das den Kern der aktuellen Interessantheiten ausmacht. Theresa Hak Kyung Chas Oeuvre ist ganz aus dem Geist der orthodoxen Conceptual Art. Es setzt weniger auf Erfahrungen der Marginalität und des Außenseitertums als auf Sprache. Wie beim frühen Vito Acconci arbeitet es auf der Grundlage visueller Poesie. Wie generell bei der nicht mehr gattungskonformen Kunst der frühen Siebziger bietet es eine Vielzahl von Medien auf, die als Träger für die Buchstabenkombinationen und Wortkaskaden verwendet werden. Und wie überhaupt nicht bei den Amerikanern kann es mehr als Englisch. Chas Werk ist dreisprachig, neben koreanisch und amerikanisch behauptet sich das Französische, und gerade die Translationen und Transformationen machen den Reiz aus. So hat dieses Werk auch etwas von Marcel Broodthaers. Undes ist in seiner stillen, aber auch resoluten Eindringlichkeit eine Entdeckung. Eine jener Entdeckungen mehr, die man bei der Generali Foundatin mittlerweile geradezu erwartet.
Der Traum des Publikums: Theresa Hak Kyung Cha
14.05 - 15.08.2004

Generali Foundation
1040 Wien, Wiedner Hauptstrasse 15
Tel: +43 1 504 98 80, Fax: +43 1 504 98 83
Email:
http://foundation.generali.at
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18, Do 11-20, Sa, So 11-16h


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