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Besitzerwechsel

Eine Vorschau auf die ersten Kunstmessen der Herbstsaison in Wien.

Natürlich ist der Wechsel der Besitzer:innen von Kunstwerken für Galerist:innen das wichtigste Ziel einer Teilnahme an Kunstmessen. Aber auch Kunstmessen als wirtschaftliche Unternehmen können neue Eigentümer:innen bekommen; so geschehen in Wien bei den zwei größten Veranstaltern der beginnenden Kunstmessen-Saison dieses Herbsts.
Hier eine kurze Vorschau auf die Verkaufsveranstaltungen in der Reihenfolge ihrer Eröffnungen:

Den Beginn macht die kleinste der kommenden Messen, die exklusive ⤇ Art at the Park im Park Hyatt am Hof in der Wiener Innenstadt. 20 Kunsthändler:innen und Galerist:innen hat Veranstalter Wolfgang Pelz für die Herbstausgabe der Hotelmesse gewinnen können. Unter den Teilnehmenden sind der Fotospezialist Johanes Faber, die Kunsthändlerinnen Sylvia Kovacek und Susanne Bauer, Florian und Nikolaus Kolhammer, jeweils mit ihren eigenen Unternehmen und seit langem wieder vertreten die Galerie Lang. Eine „One Artist Show“mit Fotografien von Angelika Krinzinger aus ihrer im Schloss Ambras (TIR) entstanden Serie wird gezeigt.

Der größte und wohl vielfältigste Kunstmesse-Hybrid, die ⤇ Parallel Vienna öffnet am 11. September die vielen Türen in den Pavillons des Otto Wagner Areals im 14, Wiener Gemeindebezirk. Mehr als 130 Künstler:innen, Galerien, Projekt- und Ausstellungsräume präsentieren Kunst und eigens für die Parallel Vienna entwickelte raumspezifische Arbeiten. Dazu gibt es einen großen Skulpturengarten. Erstmals wird auch das von Otto Wagner entworfene Jugendstiltheater genutzt. Dort will die Schriftstellerin Lydia Haider ihre Parallel Religion proklamieren wobei sie Unterstützung von 70 Künstler:innen und Performer:innen erhält. Die Parallel Vienna will nach eigenen Aussagen dieses Jahr den Festivalcharakter betonen, was sich durch eine Kooperation mit dem Lighthouse Festival manifestieren soll. Die Zusammenarbeit ist keine Überraschung, resultiert sie doch aus der neuen Besitzerstruktur der Messe. Neben den Gründern Stefan Bidner und Daniel Haider sind Alexander Knechtsberger und Robert Ramsauer neue Teilhaber an der Parallel wobei Knechtsberger knapp über 25% über seine DocLX Holding hält, die Events wie eben das Lighthouse Festival, Maturareisen und weitere Veranstaltungen organisiert. Robert Ramsauer, Investor und Immobilienentwickler kommt über seine Liebe zur Kunst zur Parallel Vienna.

Ebenfalls Investor und Immobilienentwickler ist Dmitry Aksenov, der im Jahr 2022 seine Anteile an der viennacontemporary aufgrund der Invasion der Ukraine durch Russland abgeben musste. Was er nicht aufgegeben hat, war die davor im Umfeld der Messe gegründete „⤇ CultTech Association – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur durch Technologien“. Wie der Name schon sagt, will der Verein technologische Entwicklung mit und für Kulturinstitutionen und Kultur-Startups unterstützen. Zu den vielen Kooperationen und Veranstaltungen von CultTech gesellt sich nun auch die ⤇Particolare, eine kuratierte Ausstellung mit Verkaufscharakter, die ab 11. September im Kursalon Wien zu sehen sein wird. Die gezeigten Kunstwerke kommen von internationalen renommierten Galerien wie der Lisson Gallery, PACE, Mehdi Chouakri oder Mennour. Aus Wien sind Christine König, Zeller van Almsick und die lokale Dependance von Eva Presenhuber dabei. Es wird allerdings keine klassischen Messestände geben. Der Fokus der Präsentation liegt auf den Werken von Künstler:innen wie Alicja Kwade, Saâdane Afif, Wim Delvoye, Vera Molnár, Liesl Raff und Kay Walkowiak. Der technologische Fokus soll laut CultTech CEO Marc Brandsma über eine KI-basierten Plattform in die Präsentation einfließen. Wie genau das funktionieren soll wird man aber erst auf der Veranstaltung direkt erleben können.

Wieder ihre alte Größe erreichen will dieses Jahr auch die ⤇ viennacontemporary. Die am 12. September in der Halle D der Messe Wien eröffnet wird. Nach dem Auszug aus der Marx Halle gab es auch durch die Pandemie bedingte Kleinausgaben in der Alten Post und dem Kursalon Wien, soll es nun dieses Jahr wieder eine Vollversion der Messe geben. Dazu kehrt die Messe zu ihrem ursprünglichen Austragungsort, der Messe Wien beim Prater zurück. Die Halle D bietet mehr als 8000 m2 Bruttofläche für die knapp einhundert Galerien. 42 Galerien kommen aus Österreich, ein Drittel aus den CEE Ländern, dem weiterhin bestehenden Fokus der Kunstmesse. Weiters zu sehen gibt es die bewährte ZONE1 mit Schwerpunkt Wien, kuratiert von Bruno Mokross, die neue Sektion CONTEXT, für die Kuratorin Pernilla Holmes neun bislang zu wenig gewürdigte Positionen des späten 20. Jahrhunderts ausgewählt hat. Vier Kunstpreise werden im Rahmen der Messe vergeben und eine in Kooperation mit dem Salzburger Kunstverein produzierte Sonderausstellung widmet sich dem Thema Energie. Damit das auch wirtschaftlich ein Erfolg werden kann, hat die viennacontemporary mit Marwan Younes, Gründer und Chief Investment Officer von Massar Capital Management einen neuen Partner mit an Bord genommen, der nun 50% an der VC Artfairs GmbH hält. Die anderen beiden Gesellschafter, der Rechtsanwalt Bernhard Hainz, der auch Eigentümervertreter im beratenden Board der viennacontemporary ist, und der Unternehmer Manfred Bodner halten weiterhin jeweils 25 Prozent an der Muttergesellschaft VC Artfairs.

Mehr Texte von Werner Remm

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