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29. Internationale Messe für Kunst und Antiquitäten in Salzburg: Dem 30er entgegen

So wie die Erzbischöfe kamen und gingen, verhält es sich auch mit der Salzburger Kunstszene. Ihre Existenz ist ebenso ein Faktum, wie die des Hofstaates. Die handelnden Personen bestimmen ein paar Saisonen die Gangart und widmen sich dann - bis auf wenige Ausnahmen - anderen Dingen, jedenfalls aber weit entfernt von der Festspielstadt. Das Kommen-und-Gehen-Syndrom spiegelt sich auch in der Ausstellerliste der mittlerweile traditionellsten Messeveranstaltung an der Salzach wider. Die alternierend zu den Osterfestspielen stattfindende "Residenz Messe für Kunst und Antiquitäten" findet heuer zum 29. Mal statt. Wer kommt, wer nicht ... Giese & Schweiger (Wien) zählt seit 2002 zu den Fixstartern, während Peter Kovacek (Wien) nach jahrelanger Ausstellertätigkeit nun Salzburg endgültig den Rücken kehrt und nur mehr das Herbstpendant, die Hofburg-Messe, bespielt. Die Dover Street Gallery (London) hat für das spezifisch auf Schiele festgelegte Programm Klassischer Moderne hier ebenso wenig ihr Publikum gefunden wie im vergangenen Jahr der - den Altersdurchschnitt der Aussteller erfreulich verjüngende - Kunsthandel Widder (Wien). Einmalig blieb leider auch das Salis-Bienenstein-Duett vom vergangenen Jahr, Kult- und Gebrauchsgegenstände aus den Hochkulturen Afrikas, Asiens und Südamerikas europäischer Volkskunst gegenüberstellte, diese, eine der gelungensten Präsentationen 2003, brachte zwar frischen Wind aber zu wenig Käufer. Michael Kraut - die Jury hatte hier für den meisten Bilderwechsel gesorgt - blieb heuer in Bleiburg; die Glasgalerie in Linz, die Galerie am Rennweg ebenso in Wien wie Sonja Reisch. Stattdessen konnte eine bemerkenswerte Anzahl an Kunsthändlern aus dem benachbarten Deutschland gewonnen werden. Neben der "Galerie G" aus Heidelberg etwa fünf weitere, darunter Brenske Gallery (München), mit griechischen und russischen Ikonen des 17. bis 18. Jahrhunderts, oder Ana Isman-Fänder (Hamburg) mit Besonderheiten des frühen 20. Jahrhunderts in Silber (u.a. Georg Jensen) oder Glas (Lalique). In dieser Sektion trifft man auch einen "alten" Bekannten wieder: Wolfgang Bauer (Bel Etage, Wien) präsentiert etwa einen herrschaftlichen, auf eine Länge von fünf Metern ausziehbaren Esstisch für 18 Personen, Sternstunden des Kunstgewerbes made by Josef Hoffmann oder Kolo Moser und neben zahlreichen Powolny-Keramiken mit rund 50 Entwürfen die Sonderausstellung des Wiener Werkstätte Designers Josef Gabriel. Angebot als Imageträger Der bald zu feiernde 30er wird von den Veranstaltern und von 42 Ausstellern in einem neuen Design begangen, die sperrige Bezeichnung der Messe blieb (leider) gleich; während in der Internationale Veranstaltungs-Kürzel dominieren, hält man hierzulande an der traditionellen Langversion fest - RMKA würde sich als Label wohl auch kaum durchsetzen. Für das Image bleibt allerdings soundso das von 22 (!) Jurymitgliedern sondierte Angebot zuständig. Zu den Highlights gehören etwa auch Salzburgensien, wie Oskar Laskes Ansicht vom "Grünmarkt" im Jahre 1906 (6500 Euro, Gemäldegalerie Michael Kovacek, Wien) oder die in die Zeit um 1785 datierte josefinische Kartelluhr des Salzburger Uhrmachers Johann Bentele (9000 Euro, D&S, Wien). Das wohl teuerste Objekt der Messe dürfte - mit kolportierten fünf Millionen Euro - die Stradivari "Firebird" von 1718 sein, präsentiert von Erstaussteller Machold Rare Violins (Wien). 3. bis 12. April 2004
29. Internationale Messe für Kunst und Antiquitäten in Salzburg
03 - 12.04.2004

Residenz Salzburg
5010 Salzburg, Residenz Salzburg
Tel: +43 (1) 587 12 93, Fax: +43 (1) 587 12 93 /20
Email: office@mac-hoffmann.com
http://www.artantique-residenz.at


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