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Christine Ljubanović erhält den großen Klocker Kunstpreis 2023

Die Jury würdigt mit der Zuerkennung des Preises das bedeutende und vielschichtige Werk der in Zams in Tirol geborenen und in Paris lebenden Künstlerin. Anlässlich des Preises wird Christine Ljubanović 2023 eine Ausstellung im neuen Klocker Museum in Hall in Tirol gewidmet.

Der Kunstpreis der Klocker Stiftung, der zu den höchstdotierten Kunstpreisen Österreichs zählt, ist das zentrale Instrument der Kunstförderung im Sinne der Stifterin Emmy Klocker. Er wird seit 2014 alternierend als Hauptpreis und als Förderpreis vergeben. Die Preisträger:innen werden von einer Jury, den Intentionen der Stifterin entsprechend, in den Bereichen Malerei und Skulptur vergeben, deren Begriffe zeitgemäß erweitert aufgefasst werden. Ausgezeichnet werden lebende Künstlerinnen und Künstler, deren Werk exemplarisch für die Entwicklung der österreichischen Kunst und von internationaler Bedeutung ist. Die bisherigen Hauptpreisträger:innen waren Lois Weinberger (2014), Martha Jungwirth (2016), Gottfried Bechtold (2018) und Ernst Caramelle (2022).

Aufspüren, erforschen, wandeln und archivieren. So könnte man das Koordinatensystem von Christine Ljubanović beschreiben. Kunst der Recherche, oder besser der Investigation, ist heute eine gängige künstlerische Praxis. Als Christine Ljubanović in den 70er Jahren damit begann war dies noch weitgehend Neuland und fand damals im kunsthistorischen Begriff der Spurensicherung ihre erste Definition. Über ihre Medien Fotografie, Graphik, Video und der Farbmittel leistet Ljubanović seit damals einen großen Beitrag zu dieser Kunstform.

Diesbezügliche Werkgruppen begannen ab 1974, unter anderen die PHOTO SUITES der CONVERSATON PORTRAITS, „impressit“ ALPHABETS & SIGNALS, LETTERS/LANDS und FARBEN/PIGMENTE/MUSTER/SKALEN, kurz F/P/M/S genannt.

Christine Ljubanovićs Werk überzeugte die Jury durch dessen tiefgründige wie vielschichtige Komplexität, deren außergewöhnlich konsequente Umsetzungen, aber auch durch die große kulturhistorische Bedeutung ihrer Investigationen. Ljubanović ist was gerne als Artist's Artist bezeichnet wird, also eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit die in Fachkreisen sehr geschätzt wird, aber der breiten Kunst-Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt ist. Auch dafür 2023 soll der große Kunstpreis der Klockerstiftung seinen Beitrag leisten.

Christine Ljubanović
wurde 1939 in Zams geboren, lebt und arbeitet in Paris. Von 1953 bis 1956 besuchte sie die Bundesgewerbeschule Innsbruck. Zwischen 1956 und 1960 studierte sie an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien bei Paul Kurt Schwarz.1961 im Atelier Zelger in Innsbruck tätig. Danach arbeitete sie in der Redaktion und an der Gestaltung einer Kinderzeitschrift im Verlag Scheiber. 1963 Herausgabe der Kinderzeitschrift Teddy mit R. Thun. Zwischen 1963 und 1971 führte sie eine Werbeagentur in Paris und arbeitete in der Gruppe Ludic (Bau von Kinderspielplätzen) mit. Veröffentlichung von zahlreichen Kinderbüchern im Verlag Flammarion. Verschiedene Auslandsaufenthalte, darunter 1971 bis 1972 in New York und 1972 bis 1976 in London. Seit 1976 in den Sommermonaten an der Accademia Raffaello in Urbino.

Jury
Benedikt Erhard, Sabine Gamper, Martin Gostner, Anton Klocker, Thomas D. Trummer

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Abbildung: Christine Ljubanović 2022, Foto: Sophie Tramier

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