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Kyungrim Lim Jang erhält den Cathrin-Pichler-Preis 2022

Der von der Stadt Wien geförderte und mit 2.500 Euro dotierte Cathrin-Pichler-Preis wurde heuer Kyungrim Lim Jang zugesprochen, die seit 2020 an der Akademie der bildenden Künste Wien ihr Doktoratsstudium bei Dr. Marina Gržinić absolviert. Vor allem ihr „Antrag“ überzeugte die Jury, da er die Problematik prekärer Arbeitsfelder im Kunst- und Wissenschaftsbereich nicht nur zum Thema machte, sondern zugleich abbildete.

Im Horizont eines hochkompetitiven Feldes hat sich das Schreiben und Verfassen von Anträgen und Einreichungen selbst zu einer Art von Dauerbeschäftigung entwickelt – zu einem Segment künstlerischen Handelns, in dem Anträge im wachsenden Maße eine zentrale Möglichkeit bieten, Ideen und Themen zu konkretisieren und zumindest einer fachspezifischen Öffentlichkeit (repräsentiert durch Auswahlgremien, Gutachter_innen, Jurys, etc.) zu vermitteln. Die steigende Anzahl von Anträgen und die entsprechend sinkenden Zusagen führen dazu, dass Einreichungen selbst zu einem Medium der Veröffentlichung werden. So gehen Antrag und Werk mehr und mehr ineinander über und schreiben gezwungenermaßen die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen fort. Kyungrim Lim Jang hat diese Erfahrung, dass Anträge das geplante Projekt vorwegnehmen und in der Folge oft auch ersetzen müssen, dafür herangezogen, um ihrem Engagement für queere und feministische Fragestellungen sowie für die Herausforderungen migrantischer Lebenswege Ausdruck zu verleihen.

In ihren künstlerischen Arbeiten steht dafür die Auseinandersetzung mit Sprache, mit der Zugänglichkeit von Sprache und deren Ausgrenzungsmechanismen im Zentrum. Literatur und bildende Kunst gehen hier ineinander über, wie Antrag und Werk. Zugleich kuratiert Kyungrim Lim Jang Ausstellungen, die diesen Schnittstellen prekärer Lebensbedingungen nachgehen und künstlerische wie wissenschaftliche Diskurse vor allem in Bezug auf ihre politische Dringlichkeit entwickeln. In diesem Sinne war sie für die Jury die Kandidat_in, die auch dazu beiträgt, das Werk, die Praxis und das Wirken von Cathrin Pichler zu würdigen und weiter zu reflektieren. Der mit 2.500 Euro von der Stadt Wien geförderte Cathrin Pichler-Preis wird seit 2017 in Erinnerung an die Denkerin, Kuratorin und Autorin Cathrin Pichler von der Akademie der bildenden Künste Wien verliehen. Die Preisträger_innen sind Studierende oder Absolvent_innen der Kunstuniversität, die spezifisch künstlerische Methoden und Praktiken als Beitrag und Intervention zu einem wissenschaftlichen Diskurs denken. Jurymitglieder 2022 waren Felicitas Thun-Hohenstein, Sabine Breitwieser, Luisa Ziaja, Carola Dertnig, Magdalena Stöger und Andreas Spiegl.

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Abbildung: © Kyungrim Lim Jang

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