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Prix Meret Oppenheim 2022 geht an zwei Künstlerinnen und ein Ingenieurbüro

Der Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim zeichnet seit 22 Jahren herausragende Persönlichkeiten in den Bereichen Kunst, Architektur, Kunstvermittlung, Forschung oder Kritik aus. Mit Caroline Bachmann und Klodin Erb werden zwei aussergewöhnliche Schweizer Malerinnen gewürdigt. Das Ingenieurbüro von Jürg Conzett und Gianfranco Bronzini wird für seinen einzigartigen Beitrag zur hohen Baukultur ausgezeichnet.

Die Preise werden zusammen mit den Schweizer Kunstpreisen am 13. Juni 2022 in Basel verliehen. Im Anschluss an die öffentliche Veranstaltung findet die Vernissage der Ausstellung «Swiss Art Awards» statt, an der die Preisträgerinnen und Preisträger der Schweizer Kunstpreise in Videoporträts vorgestellt werden. Die Ausstellung «Swiss Art Awards» findet gleichzeitig mit der Art Basel vom 13. bis 19. Juni 2022 statt.

Caroline Bachmann
«Es ist nur eine Frage des Lichts!» (Caroline Bachmann)

Caroline Bachmann (*1963 in Lausanne, lebt in Cully und Berlin) ist Autodidaktin. Ihre Bilder, die sie sehr langsam entstehen lässst, zeigen die Natur auf synthetische Weise und verleihen ihr eine Art Ewigkeit. Nach ihrem Studienabschluss an der Kunstgewerbeschule in Genf 1988 lebt und arbeitet sie in Barcelona und anschliessend in Rom. 2003 kehrt sie in die Schweiz zurück und beginnt dann eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Künstler Stefan Banz. Gemeinsam gründen sie in Cully die KMD – Kunsthalle Marcel Duchamp | the Forestay Museum of Art, ein Raum für Ausstellungen und Forschung. 2013 entdeckt sie eine Künstlergruppe aus dem frühen 20. Jahrhundert, die dem amerikanischen Dadaismus nahestand. Damit verändert sich ihre Arbeit grundlegend. In der Auseinandersetzung mit deren Werken und deren Beziehung zur Natur findet sie zu einer präzisen und traumartigen Bildsprache, die für ihre eigenen Werke typisch wird. Landschaften, die Religion, Porträts und Stillleben: Caroline Bachmann widmet sich den klassischen Themen der Malerei. Indem sie gleichzeitig an mehreren Bildern arbeitet, vervielfältigt und verknüpft sie Zeitlichkeit und Motive. Caroline Bachmanns Porträts von Künstlerinnen, die aktuell in der Schweiz oder im Ausland arbeiten, und von Künstlern der Vergangenheit stehen in einer Tradition, sind gleichzeitig aber auch Manifest. Ihre Ansichten vom Genfer See und von den Bergen bei Nacht oder Tagesanbruch sind Hommagen an die unendliche Erneuerung einer nahen Landschaft und ein Feiern der kosmischen Vereinigung der Elemente.

Jürg Conzett & Gianfranco Bronzini

«Intuitive Argumente zählen nicht, wir leisten Kopfarbeit. Das Verspielte besteht darin, sich das gedankliche Konstrukt immer wieder neu zusammenzustellen.» (Jürg Conzett)
«Wir hinterfragen auch immer wieder Vorgaben. Denn wir möchten nicht einfach Brücken bauen.» (Gianfranco Bronzini)

Die Ingenieure Jürg Conzett (*1956 in Aarau, lebt in Tamins) und Gianfranco Bronzini (*1967 in Poschiavo, lebt in Bonaduz) beweisen, dass Ingenieurskunst immer auch Teil der Baukultur ist. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die beiden sich nicht als Dienstleister berühmter Architekten verstehen, sondern für sich in Anspruch nehmen, selbst zu gestalten. Bei ihren Projekten lassen sie sich von einem Ziel leiten: Die Eingriffe in der Landschaft, in die Stadt oder in den Bestand müssen angemessen sein – und zwar konstruktiv, ökonomisch und ästhetisch.

Die Grundlage ihrer Entwürfe ist eine intensive Gedankenarbeit. Oft probieren sie das Gegenteil aus, um so die technisch und ästhetisch intelligenteste Lösung zu finden. Wie zum Beispiel der schlanke Negrellisteg über das Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof, die gewagte Hängebrücke in der Viamala-Schlucht oder die Wunderbrücke vor dem Technorama in Winterthur.

Seit 1994 arbeiten Conzett und Bronzini zusammen und führen seit 1996 ein gemeinsames Büro in Chur. Für ihre Arbeit wurden Jürg Conzett und Gianfranco Bronzini mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2021 mit dem Stahl- und Metallbaupreis Prix Acier für den Negrellisteg.

Klodin Erb

«Mir ist es überhaupt nicht wichtig, darüber zu sprechen, wie ich male oder wie meine Malerei entsteht. Mich beschäftigt viel mehr, weshalb jemand malt, was für ein Gefühl dabei aufkommt.» (Klodin Erb)

In ihren expressiven, fantastischen Bildwelten reagiert die Künstlerin Klodin Erb (*1963 in Winterthur, lebt in Zürich) auf die gesellschaftlichen und medialen Stimmungen und Situationen der Gegenwart. Die Malerei ist ihr Kernmedium. Oft bestimmt das Thema die Form: Je nach Fragestellung verwendet die Künstlerin andere Maltechniken. Sie verschränkt damit Form und Inhalt zu maximaler Ausdrucks- und Malkraft. Inhaltlich sind die Bilder immer im Jetzt verortet und strahlen selbstbewusste Weiblichkeit aus. Formale Einflüsse kommen aus der Populär- und Netzkultur sowie der Kunstgeschichte. Mit grosser Experimentierfreude lotet die Künstlerin kontinuierlich die Grenzen der Malerei aus. Als genaue Beobachterin interessiert sie sich dafür, wie sich unsere gesellschaftlichen Strukturen verändern und welchen Herausforderungen wir uns stellen müssen. Genauso wie sich der Mensch und damit unsere Gesellschaft weiterentwickelt, hinterfragt und erneuert Klodin Erb ihre künstlerische Arbeit stetig und treibt sie immer weiter voran. Ausflüge in andere Medien wie Film, Installation oder Collage erweisen sich dabei als äusserst inspirierend und fruchtbar. Die Bilder, die sie dabei findet, lässt die Künstlerin dann wiederum in ihre Malerei einfliessen.

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