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Isaac Julien erhält den Kaiserring Goslar 2022

Der Goslarer Kaiserring des Jahres 2022 geht an Isaac Julien. Er ist Künstler, Filmproduzent und Hochschullehrer.

Isaac Julien, 1960 in London geboren, ist ein internationaler Filmemacher, der im Laufe seiner Karriere Arbeiten für Kino, Fernsehen sowie Kunstmuseen und -galerien produziert hat. Er studierte Bildende Kunst und Film an der St. Martin’s School of Art und war in den 1980er Jahren Mitbegründer des „Sankofa Film and Video Collective“, das sich der Entwicklung einer unabhängigen schwarzen Filmkultur gewidmet hat. Er gilt zusammen mit einigen schwarzen und asiatischen Filmemacherinnen und Filmemachern als Wegbereiter des internationalen schwarzen Kinos.

Mit dem Film „Looking for Langston“, einer poetischen Auseinandersetzung mit den Schriften von Langston Hughes und der Harlem Renaissance erlangte er 1989 seinen internationalen Durchbruch. Der Film erhielt mehrere Preise. Ebenso wurde sein Spielfilmdebüt „Young Soul Rebels“ von 1991 bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet.

Seine musealen Arbeiten zeigt Isaac Julien seit Mitte der 1990er Jahre als Filminstallationen auf mehreren Bildschirmen. Er gilt als Pionier dieser Präsentationsform. Gleichzeitig stellt er immer eine Werkversion für das Kino her. Im gleichen Zeitraum drehte Julien weiterhin poetische Dokumentarfilme, etwa das Biopic über den britischen Filmregisseur und Künstler Derek Jarman mit dem Titel „Derek“ (2008) –gedreht mit Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton über das Leben, die Kunst und die Filme von Jarman.

Zu Isaac Juliens jüngsten Arbeiten gehören: „Lessons of the Hour: Frederick Douglass“ (2019) und „Lina Bo Bardi: A Marvelous Entanglement“ (2020). „Lessons of the Hour“ erzählt die Geschichte von Frederick Douglass, einem ehemaligen Sklaven, der sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte und zu einem der meistfotografierten Männer des 19. Jahrhunderts wurde. Lina Bo Bardi ist eine renommierte Architektin der brasilianischen Moderne, die von der Oscar-nominierten Schauspielerin Fernanda Montenegro porträtiert wird.

Isaac Julien lebt und arbeitet hauptsächlich in London und lehrt als Hochschulprofessor an der UC Santa Cruz. Er ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA). 2017 wurde er von der britischen Königin Queen Elisabeth II. für Verdienste um Kunst und Film geehrt und 2018 zum „Royal Academician“ ernannt.

In ihrer Begründung schreibt die Kaiserring-Jury über Isaac Julien: „Er reißt Barrieren zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen nieder, indem er aus Film, Tanz, Fotografie, Musik, Theater, Malerei und Skulptur schöpft und sie zu einer im höchsten Maße sinnlichen visuellen Erzählung vereint. Juliens Arbeit behandelt wichtige gesellschaftliche und menschliche Themen unserer Zeit – Rassismus, Migration, Diversität, Queerness, Homophobie und Chauvinismus – und regt dazu an, soziale Verantwortung neu zu denken und auszuloten.“ Isaac Julien verbinde pointierte politische Aussagekraft mit einer Ästhetik der visuellen Verführung. „In seinen Filmen und Videoinstallationen, die eine malerische Kraft haben, verwendet er Historiengemälde als Bildelemente, Museen als Schauplätze und lädt den filmischen Raum als eine Art „tableau vivant“* auf. Er hat damit eine poetische und einzigartige visuelle Sprache geschaffen.“

Isaac Julien wird den Kaiserring der Stadt Goslar, einen der renommiertesten Kunstpreise der Gegenwart, persönlich in der Goslarer Kaiserpfalz entgegennehmen. Der Festakt ist für den 8. Oktober vorgesehen.

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Abbildung: Isaac Julien. Foto: Thierry Bal

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