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Skulpturenpreis des Landes Salzburg geht an Kay Walkowiak

Der 1980 in Salzburg geborene Kay Walkowiak erhält den Skulpturenpreis des Landes Salzburg. Walkowiak studierte an der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der bildenen Künste Wien sowie an der Zokei Universität in Tokyo. Walkowiaks Werk ist eine komplexe Mischung aus Installation, Skulptur, Fotografie und Videokunst, die Strategien der Konzeptuellen Kunst und Post-Minimal Art vereint. In vielen seiner Arbeiten erforscht er die historische und soziokulturelle Handhabe von Formen und hinterfragt deren Funktion als Projektionsfläche für zeitlose Utopien.

Die Jury entschied sich für Walkowiaks „partizipatives Konzept, mit dem der Künstler den Versuch unternimmt, den Autor Georg Trakl in der digitalen Welt zu verorten und ihn aufspürbar zu machen, um damit auch einen Anreiz zur kritischen Revision der Leerstellen in dessen Biografie zu schaffen. Für die Arbeit wird das Benutzerprofil des Dichters nach dem Vorbild von Social-Media-Plattformen auf eine Marmorplatte eingraviert, als eine materielle Übersetzung einer digitalen Fotowand in eine analoge. Während darauf mit Hashtags ein Bezug zu aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten und Bewegungen hergestellt wird, bleibt der Kommentar von Trakl ein leerer, gelöschter oder zensierter Post. Die Arbeit ‚Ghost Post‘ ist eine Reflexion über die Freiheit von Kunst und das politische Engagement von Künstlerinnen und Künstlern und überzeugte die Jury durch die überraschenden und scharfsinnigen Verschränkungen scheinbarer Gegensätze“, heißt es in der Begründung der Jury bestehend aus Bernhard Gwiggner (Bildhauer und Lehrender für Bildnerische Erziehung und Bildhauerei, Mozarteum), Marijana Schneider (kuratorische Assistentin, Museum der Moderne Salzburg) und Hans Weichselbaum (Leiter der Trakl Forschungs- und Gedenkstätte).

Instagram auf Marmor

Die für den Eingang des Traklhauses konzipierte Arbeit „Ghost Post“ zeigt eine digitale Benutzeroberfläche von Instagram auf einer Marmorplatte. Georg Trakl meldet sich - einem virtuellen Geist gleich - mit einem Posting an die Welt. „Seine Nachricht ist ein aktiver Aufruf zur Veränderung mit klar humanistischer Ausrichtung. Die ortsspezifische Arbeit fungiert daher als kritische Revision in Bezug zu Georg Trakls Biografie und stellt zudem grundsätzliche Fragen an eine mögliche sozialpolitische Rolle der Kunst der Gegenwart“, so Kay Walkowiak.

Das ausgewählte Werk wird für die Dauer von drei Jahren im Eingangsbereich des Traklhauses in der Salzburger Innenstadt zu sehen sein.

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Abbildung © Studio Kay Walkowiak 

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