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Paul Boesch Kunstpreis 2021: Manuel Burgener

Manuel Burgener (*1978 in Thun, lebt und arbeitet in Bern) erhält den Paul Boesch Kunstpreis 2021.
Der Paul Boesch Kunstpreis ist der jüngste und mit 50.000 Franken zugleich einer der höchst dotierten Kunstpreise der Schweiz. Seit 2016 wird er einmal jährlich verliehen und zeichnet das Schaffen einer Schweizer Künstlerin oder eines Schweizer Künstlers im Bereich Bildende Kunst aus. Die Vergabe des Preises ist mit dem Ankauf eines Werks verbunden, das als Depositum der Paul Boesch Stiftung in die Sammlung des Kunstmuseum Bern gelangt. Die bisherigen Preisträger:innen sind Pamela Rosenkranz, Vaclav Požarek, Mai-Thu Perret, Edit Oderbolz und Emil Michael Klein.

Zum Preisträger Manuel Burgener:
Leere durchweht Manuel Burgeners Werke. Da ist was, und trotzdem zeigt sich wenig. Das Wenige zeigt sich grosszügig, aber auch schroff. Doch adressiert es nur jene, die schauen. Nichts drängt sich hier auf, wer sich nicht hinwendet, wird wenig entdecken. Burgener reduziert, trägt aber nichts ab, was schon da wäre, denn sein Ausgangspunkt ist das Vorhandene. Ihm zollt er feinfühlig Respekt. Seine an die Minimal Art anknüpfenden Skulpturen und Raumsituationen gehen auf die Leere im Vorhandenen zu, behaupten darin eine Form, eine Situation. Sie erzeugen Körper im Vakuum, um sie dann wieder verschwinden zu lassen. Die Konstellationen von Burgener sind fragil und instabil. Die aufscheinenden Dinge zeigen einem, dass sie schon morgen nicht mehr sein könnten.

Mehr und mehr verwendet der Künstler Glas und durchsichtige Kunststoffe als Material, manchmal entsteht der Eindruck, auch diese würden bald nur noch Gesten mit Licht und Luft weichen. Eine durchsichtige Plastikfolie wird von einer Vakuumpumpe flach an die Wand gepresst. Die Wand bleibt weiss, schimmert leicht und hat Falten. Wird der Luftentzug entzogen, schrumpft das Gebilde in sich zusammen. Nichts bleibt von diesem Nichts übrig. Burgeners Behauptungen von Form, die in der Luft liegende Destabilisierung, lässt nicht kalt. Was er als Zerbrechlichkeit des Realen rahmt, macht Angst, lässt allein und weist ab. Aber nicht zwangsweise, es kann auch einladen, freimachen, entlasten. Manuel Burgener fordert heraus, denn in der Erfahrung seiner kühl wirkenden Situationen und Objekte wird man mit eigenen Belastungen und Vorstellungen, was Kunst zu vermitteln und zu verkörpern habe, konfrontiert, und doch fühlt sich das, auf was er einen zurückwirft, auch sehr warm an.

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Abbildung: Manuel Burgener

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