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Herbstauktion in abgekühltem Klima

Deutlich unter den Erwartungen lag das Ergebnis im Dorotheum bei der dritten Auktionswoche (1. bis 5. 10.) Zum dritten Auktionsreigen versammelte sich im Dorotheum vergangene Woche eine zögerliche Händlerschaft wie eine witternde Sammlerklientel. Dass die derzeitige wirtschaftliche Situation nicht alleinige an den Ereignissen vom "Elften" festzumachen sind, bewiesen private Käufer, die für Rareres aus dem Angebot durchaus bereit waren, tief ins Säckle zu greifen. Sicherlich, international agierende Händler lassen Vorsicht walten, weil Reaktionen der möglichen Kundschaft in Übersee (Auktionshäuser, Händler und private Investoren) nicht absehbar sind. Vielmehr dürften aber bereits die zeitversetzten Folgen der seit einem halben Jahr gebeutelten Börsenkurse, zu merken sein. Zu Beginn der Auktionswoche stand in der Dorotheergasse die Sparte Glas & Porzellan im Mittelpunkt, wobei Raritäten zu beachtlichen Preisen den Besitzer wechselten. Ein amerikanisch-italienisches Bietergerangel löste die Meißner Kaffeekanne Höroldts aus, das bei 800.000 Schilling zugunsten des Übersee-Sammlers entschieden wurde. Anderntags musste das Haus und mit ihm Experte Peter Wolf in der Kategorie Alte Meister einen herben Rückschlag einstecken. Mit einem Ergebnis von knapp 29 Millionen Schilling lag man mit zwei Millionenzuschlägen deutlich unter den Umsätzen der vorjährigen Vergleichsveranstaltungen. Dafür bleibt eines der wichtigsten angebotenen Gemälde in "österreichischem" Besitz. "Das Quellwunder des Moses", die alttestamentarische Szene ist ein Hauptwerk des heimischen Barockmalers Johann Michael Rottmayr, wechselte bei 2 Millionen in die fürstliche Sammlung Liechtenstein. Im Februar 2003, so die Pläne Hans-Adam II., soll das neue Museum im Palais Liechtenstein eröffnet werden; neben Gemälden Angelica Kauffmanns, Waldmüllers oder Makarts sind dann Arbeiten Rottmayers – genanntes Gemälde oder die frisch restaurierten Fresken der Bibliothek – zu bewundern. Lieblich überzeugte Klein-Mozart dann in der Sparte Altmeisterzeichnungen. Das Pastellporträt von 1765 wechselte bei 140.000 Schilling um das Siebenfache der Taxe den Besitzer. Den zweithöchsten Umsatz stellte die Sparte Möbel mit 7,2 Millionen; teuerstes Objekt war hier ein süddeutscher Barock-Hallenschrank um 1700/1720, der bis auf 600.000 Schilling angesteigert wurde. Skulpturen (3,8 Mio) sowie Juwelen & Uhren (3,5 Mio) trugen zum spärlichen Endergebnis der Auktionswoche von 53 Millionen Schilling (netto) bei; gemäß den Schätzungen waren die Mindesterwartungen bei 155 Millionen gelegen.

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