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Katharina Sieverding erhält am 11. Juli den Käthe-Kollwitz-Preis 2017

Mit der Auszeichnung ehrt die Akademie der Künste eine deutsche Künstlerin, die seit den 1960er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst einleitete. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 11. Juli 2017 um 19 Uhr in der Akademie der Künste, Berlin, verliehen.


Anlässlich der Ehrung eröffnet die Akademie eine Ausstellung in zwei Hallen am Hanseatenweg mit rund 20 großformatigen Arbeiten von Katharina Sieverding im Format 252 x 356 cm, die zum Teil seit den 1990er Jahren im städtischöffentlichen Raum großflächig plakatiert wurden: u.a. sind Werke zu sehen wie Schlachtfeld Deutschland, das anlässlich der RAF-Debatte 1978 entstanden ist, Bombensicher Kunsthalle Bonn, 1983 in einer Plakatmappe namhafter Künstler für die Bürgerinitiative Bonn gefertigt, Deutschland wird deutscher und Die Pleite 1993 und 2005 beide in Berlin großflächig im öffentlichen Raum plakatiert, oder auch ART GOES HEILIGENDAMM, 2007/2008 als Teil künstlerischer Interventionen vor Ort anlässlich des G8-Gipfels entstanden.


 


Katharina Sieverding, in Prag geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Nach einem vorzeitig beendeten Medizinstudium studierte sie zunächst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und arbeitete parallel als Assistentin von Fritz Kortner am Deutschen Schauspielhaus. Nach ihrem Wechsel an die Düsseldorfer Kunstakademie besuchte sie die Bühnenbildklasse von Teo Otto von 1964 bis 1967, wechselte dann zu Joseph Beuys bis 1971 und beendete ihr Studium 1974 in der Filmklasse von Ole John Poulsen. Sieverding wurde einer feministischen Kunstszene zugeordnet, erweiterte den Differenzfeminismus jedoch stetig mit dem ihr wichtigen „Transgenderaspekt“. Sie nahm eine deutliche Sonderstellung ein und betonte eine „mediale Konstruktion der künstlerischen Imago“. Von 1992 bis 2010 engagierte sie sich an der Universität der Künste Berlin für den von ihr gegründeten Studiengang Visual Culture Studies im Teamteaching mit Klaus Biesenbach, Sabeth Buchmann und Katja Diefenbach. Im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 1997 stellte sie ein eigens für diesen Kontext erarbeitetes Statement zum Diskurs „Biopolitik“ vor: Steigbilder IIX, 1997. Ihre internationalen Ausstellungsbeteiligungen umfassen u.a. die Biennale in Paris (1965, 1973), die Kasseler documenta 5, 6, 7 (1972, 1977, 1982), die Biennale in Venedig (1976, 1980, 1995, 1997, 1999), die Biennale in Sydney (1982), die Shanghai Biennale (2002) und Busan Biennale, Südkorea (2016). 2006 war sie bei „40jahrevideokunst.de“ in der Kunsthalle Bremen vertreten. 2004 erhielt sie den Goslarer Kaiserring.


 


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Abbildung: Katharina Sieverding, KUNST UND KAPITAL, 2017, Foto: Klaus Mettig
Beide: © Bildrecht, Wien 2017

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