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Stefan Zsaitsits - Woanders: Ein Exkurs in surreale Welten

In eine andere Welt, in ein „Woanders“ taucht man in Stefan Zsaitsits’ gleichnamiger Ausstellung im Bildraum 01 ein. Es ist der gekonnt gesetzte, gestisch expressive, teils gekritzelte Strich, der den Betrachter mit auf eine Reise durch die surrealen Welten und Gemütszustände Zsaitsits Protagonisten nimmt.

Anders als in seinen Geschichten erzählenden, Seelen widerspiegelnden „Kopfbildern“, die manchmal porträtlos mit Bleistift auf Zeichenkarton gebracht werden, erweitert Zsaitsits die Bildräume seiner neuen Arbeiten um die psychischen Abgründe, in die der Protagonist fällt.

Sind es nicht eher die Dämonen, die das Ich in Absprache mit seinem Über-Ich zu bändigen hat als Träume, die Wirklichkeit werden? Während in seinen kopflastigen Zeichnungen die introspektiv entstandenen, nicht zu Ende gezeichneten Gesichter ihre Schutzmaske verlieren und sich zu anthropomorphen Landschaften verwandeln, die wir aus den Ölmalereien eines Guiseppe Arcimboldo kennen, scheinen hier äußere und innere Zustände zu verschwimmen. Der Imker wird von einem Bienenschwarm angegriffen, dem Brettspieler werden seine eigenen Steine zum Verhängnis und der Häuptling sitzt auf seinem Turm weit über den Schornsteinen fest. Und selbst die Geisterbahn in Endlosschliefe spiegelt einen Moment des Schreckens wider.

Der 1981 geborene Niederösterreicher, der an der Universität für Angewandte Kunst bei Adolf Frohner studierte, kam über die Malerei zur Zeichnung. Umso beeindruckender ist es, dass er diesem Medium trotz seiner bescheidenen Präsenz am Kunstmarkt treu geblieben ist und früh Erfolge feierte, die sich mit Werkankäufen von Lentos und Albertina bestätigten.

Stefan Zsaitsits - Woanders
24.02 - 31.03.2017

bildraum 01
1010 Wien, Palais Ferstel, Strauchgasse 2
http://www.bildrecht.at
Öffnungszeiten: Mo-Fr 13-18, Sa 11-16 h

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