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Stefan Zsaitsits - Meine Häupter: Geheimnisvolle Kopfgeschichten

Die dritte Zeichnung Wien wurde am 15. März eröffnet, Anlass für Manfred Lang, Stefan Zsaitsits seine erste Einzelausstellung zu widmen. Zahlreiche Bleistiftzeichnungen auf Zeichenkarton stellen Zsaitsits Hauptmotiv, den menschlichen Kopf, in rätselhaften Variationen vor. Es sind surreal phantastische Narrationen, die in nervös kritzeligem Strich einen meist beunruhigenden psychischen Symbolismus an den Tag legen, der fasziniert oder abstößt. Die Köpfe tragen größtenteils Zsaitsits Züge ohne als Selbstporträt zu gelten. Im Fall von „Weinen“ könnte man allerdings eine solches interpretieren, eine Selbstdarstellung in der Künstlerrolle. Über dem eigenen, in betroffener Verstummtheit gezeigten Antlitz liegt maskenhaft ein anderes, es ist eine eindeutige Paraphrase auf Picassos „Weinende Frau“ von 1937. Aus den weit aufgerissenen Augen des dekonstruierten weiblichen Gesichts springen Tränen, sie bringen Bewegung in die statische Komposition, verstärken zugleich inhaltlich den Bezug mit dem darunter liegenden Selbstporträt, denn sie fließen auch über seine Wange.

Die Hände des Dargestellten sind formal den weiblichen Gesichtszügen anverwandt, wesensmäßig ähnlich deformiert, doch tragen sie diesen dominierenden Picasso-Kopf oder wehren sie ihn ab? Ringt hier der Künstler mit der historischen Künstlergröße oder zeigt er sie nur in dramatischer Trauer auf? Oder handelt es sich vielmehr um einen exemplarischen oder symbolischen Verweis in anderem Zusammenhang? Zsaitsits legt sich nicht eindeutig fest, er gibt suggestiv und unerwartet Möglichkeiten vor und überlässt den BetrachterInnen die weitere Deutung. Die Zeichnung verbleibt so im Geheimnisvollen, und das ist die attraktive Eigenheit von Zsaitsits` Kopfgeschichten.
Stefan Zsaitsits - Meine Häupter
15.03 - 13.04.2012

Galerie Lang Wien
1010 Wien, Seilerstätte 16
Tel: +43 (0)676 3353 641
Email: glw@glw.at
http://www.galerielangwien.at
Öffnungszeiten: Di-Fr 12-18, Sa 11-16 Uhr

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