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Esterhazy Art Award 2019

Éva Andrea Győri, Márton Nemes und Péter Puklus sind die drei Preisträger des Esterhazy Art Award, der im Zwei-Jahresrhythmus an ungarische Künstler*innen verliehen wird. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird zu gleichen Teilen an die drei Gewinner*innen vergeben.

Jurybegründung:
Die künstlerische Praxis von Éva Andrea Győri (*1985 Budapest, lebt in Deutschland und den Niederlanden) zeugt von einer gleichermaßen schonungslosen wie lustvollen, politischen wie poetischen Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper, seiner Repräsentation und den machtvollen Normen und Tabus, die nach wie vor die Grenze zwischen privat und öffentlich bestimmen. Ihre Zeichnungen, Skulpturen und Videos thematisieren Sexualität, Phantasien und Praktiken der Masturbation, aber auch die mentalen, physischen und sozialen Auswirkungen von Erkrankungen auf das Individuum. Győri schreibt sich damit in die Tradition der feministischen Avantgarde ein und diese fort – kämpferisch und optimistisch im Blick habend, dass die Verhältnisse nicht so bleiben müssen, wie sie sind.

Márton Nemes (*1986 Székesfehérvár, lebt und arbeitet in London) wiederum überführt das zeitgenössische Genre der Bildkritik in die Abgründe des Techno-Glamours und das Hochamt des ungläubigen Thomas zugleich. Seine Bilder sind sowohl voller Öffnungen und Auflösungen, als auch voller Eruptionen, Farben und gestischer Lust. Die Wunden der Bildfläche sind wie bei Reliquien umsäumt, die Untergründe von Rahmen, Gerüst und Wand werden sichtbar und die visuelle Kultur der Techno-Partys ebenso. Thematisch übertragen verknüpft Nemes damit sehr aufhellend und heilend die Zumutungen von Social Media und Dating Plattformen mit der Verletzbarkeit des menschlichen Körpers.

Die Rauminstallation von Péter Puklus (*1980, lebt und arbeitet in Budapest) überrascht mit einem atemberaubenden Spagat: Er zeigt sowohl konzentrierte Fotografien, die in der Tradition der modernistisch-kühlen Formensprache die Potentiale des menschlichen Körpers veranschaulichen, als auch großformatige Leinwandbilder und Skizzen in gestisch-wilder Malerei. Thematisch kreisen beide Formen jedoch um den gleichen Kern: Das überforderte Selbst, aufgerieben zwischen den Ansprüchen von Beruf, Familie und körperlichem Begehren. Die Porträtkunst von Puklus schillert dadurch in erstaunlich lebendigen Facetten: In den Schönheiten von Klassizismus und Expressionismus zugleich.

Juroren:
Sandro Droschl, Direktor Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien
Dr. Julia Fabényi, Direktorin des Ludwig Museum Budapest
Dr. Stefan Ottrubay, Generaldirektor Esterhazy Privatstiftung, Gründer des Preises
Gábor Rieder, Chefredakteur des Kunstmagazins ArtKartell
Zsuzsanna Szegedy-Maszák, Kunsthistorikerin, Kurator, Leiterin der Budapest Galerie
Vitus Weh, Berater für zeitgenössische Kunst der Esterhazy Privatstiftung
Luisa Ziaja, Kuratorin Belvedere 21, Wien

Im Rahmen der Preisvergabe zeigt das Ludwig Museum Budapest noch bis zum 26. Jänner 2020 eine Ausstellung mit allen 25 zum Preis Nominierten Küntler*innen. Im Frühjahr 2020 wird eine Ausstellung der Preisträger*innen in Schloss Esterhazy in Eisenstadt gezeigt.

Der Kunstförderungspreis „Esterhazy Art Award“ wird seit 2009 von der Esterhazy Privatstiftung im Zwei-Jahres-Rhythmus für ungarische Künstler*innen bis zum vollendeten 45. Lebensjahr vergeben. Ziel des Preises ist sowohl die Förderung der zeitgenössischen Kunst als auch des internationalen Dialogs. Er wird gleichrangig an mindestens zwei und maximal drei Künstler vergeben und ist je Preisträger mit EUR 5.000 dotiert.

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Abbildung: Gábor Rieder Dr. Stefan Ottrubay Vitus Weh Dr. Julia Fabényi Éva Andrea Győri Márton Nemes Zsuzsanna Szegedy-Maszák. Foto: vegeldaniel.com

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