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Geta Brătescu 1926 – 2018

Die Künstlerin Geta Brătescu war eine zentrale Figur der Kunstszene Rumäniens. In ihrem umfangreichen Werk finden sich Zeichnung und Collage ebenso wie Video und raumgreifende Installationen. In einer Zeit, in der die offiziell vorgegebene Parteilinie einen sozialistischen Realismus vorschrieb, wurde Brătescu in ihrer Heimat zwar negiert, aber nicht verfolgt. Nachdem sie in den 1950er Jahren als Buchillustratorin für Kinderbücher gearbeitet hatte wurde sie schließlich in die rumänische Künstlervereinigung aufgenommen, konnte ihre Ausbildung Ende der 1960er Jahre abschließen und endlich ein Atelier beziehen. Obwohl sie seit den 1970er Jahren einige (nationale) Kunstpreise erhalten hatte, blieb ihr Werk außerhalb Rumäniens lange weitgehend unbeachtet. Wie viele Künstlerinnen ihrer Zeit, wurde sie vom Kunstmarkt erst spät (wieder)entdeckt. 2017 nahm sie an der Documenta 14 teil und stellte als erste Frau mit einer Einzelausstellung im rumänischen Pavillon auf der Biennale von Venedig aus. Im Rahmen einer Gruppenausstellung wurden ihre Werke übrigens schon 1960 im rumänischen Pavillon gezeigt. In Österreich war die Kunsthalle Tirol im Taxispalais 2008 eine der ersten Institutionen die ihr eine größere Ausstellung widmente (gemeinsam mit Ana Lupas. Siehe die --> artmagazine Kritik). 2015 zeigte die Tate Liverpool einen Querschnitt ihres Werks, 2016 richtete die Hamburger Kunsthalle eine umfangreiche Retrospektive aus. 2017 schließlich die große Einzelausstellung in Venedig und eine Soloshow bei Hauser & Wirth in New York.


„In meinem Alter kann ich wieder wie eine junge Person arbeiten“, sagte sie 2017 in einem Interview. Nun ist die Künstlerin in Bukarest im 93. Lebensjahr verstorben.


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Abbildung: Geta Brătescu in ihrem Atelier, 2015. Foto Ștefan Sava

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