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In die Stadt: Downtown Klagenfurt

Seit die Einwohnerzahl von Klagenfurt seit Kurzem mit 100.000 sechsstellig ist, darf sich die Kärntner Landeshauptstadt nun als Großstadt bezeichnen. Gerade rechtzeitig, denn so konnte man den 500.Geburtstag, den man in diesem Jahr begeht, gleichsam zur Wörthersee-Metropole geadelt feiern.


Dem Anlass entsprechend urban gibt man sich im Museum moderner Kunst Kärnten (MMKK) mit einer Ausstellung, die das Thema Stadt aus der Perspektive von 29 künstlerischen Positionen aus Österreich, Slowenien, Deutschland und der Schweiz umreißt.


„In die Stadt“, so der Titel, soll ein fiktionales Portrait einer Stadt darstellen und der Frage nachgehen, welche Bedingungen und Situationen für die Stimmung dieser verantwortlich sind, so die Aufgabenstellung der von Christine Haupt-Stummer, Andreas Krištof (beide Section.a) und Christine Wetzlinger-Grundnig, der Direktorin des Hauses. Rhythmus, Dichte, Reibung, Oberfläche, Dazwischen, Beziehung sowie Informell sind diese eher assoziativen Themen, doch geben sie eine klare Struktur, leiten durch eine höchst sehenswerte Ausstellung.


Während sich bei dem Cellisten Matthias Bartolomey und dem Geiger Klemens Bittmann für ihr Langzeitprojekte Les Paulis (Sept. 2015-Nov.2016) ein pulsierender Rhythmus über die insgesamt 281 Drehorte im privaten und öffentlichen Raum von Wien legt, werden für Catrin Bolts „Alltagsskulpturen Mahnmal“ (2014) Gehwege mit den Schilderungen von Verfolgung beschriftet, die an diesem Ort stattgefunden haben.



Hubert Blanz hat für „Homeseekers – A City from Behind (2012-16) 2600 Londoner Backsteinfeuermauern aufgenommen und sie zu einem Bild der schier grenzenlosen Bild urbaner Dichte gefügt, demgegenüber Alfredo Barsuglias „Hotel Publik“ (2013-14) als Unterkunft für eine oder mehrere Nächte als informeller, jedoch frei stehender Solitär wirken muss. Wie stets lässt es Lois Weinberger zwischen den Asphaltschollen wuchern, Kay Walkowiak ermöglicht mit seinen an minimalistische Skulpturen erinnernde Einbauten in den ehemaligen Räumen der Generali Foundation den Parcours für eine Skateboarder Performance, die man in der man in der städtischen Realität womöglich eher schwer vorfindet.


Wien, London, Tokyo, Hong Kong, Köln, Salzburg, allerlei Städte boten den Künstlern das Setting für ihre Arbeiten und freilich ist auch Klagenfurt als Neo-Großstadt Motiv wie Ausgangspunkt. Der Klagenfurter Fotograf Gerhard Mauer spürt hier Orte auf, die als solche nicht wahrgenommen werden, da sie eher Zwischensituationen darstellen. Malte Wandel hingegen ist im Zuge eines Artist in Residence-Stipendiums in Klagenfurt auf den jungen Nigerianer Henry getroffen. Aus der flüchtigen Begegnung wurde Freundschaft, ausgehend vom Flüchtlingsheim in der Schmalgasse, so auch der Titel der 80-teiligen Dia-Serie unternahmen die beiden Streifzüge durch die Stadt, zeigen einander Orte, die ihnen wichtig sind. Henry wie auch Malte werden die Stadt am Wörthersee wieder verlassen, die Orte bleiben.

In die Stadt
08.02 - 20.05.2018

MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten
9020 Klagenfurt, Burggasse 8/Domgasse
Tel: +43 50 536 30 507
Email: office.museum@ktn.gv.at
http://www.mmkk.at/
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr

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