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Am 8. Dezember wurden die outstandig artist awards verliehen

Die outstanding artist awards werden jährlich vom Bundeskanzleramt für herausragende Leistungen vergeben und sind mit je 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnungen 2017 ergingen an:


Jakob Lena Knebl (Bildende Kunst)
Geboren 1970 in Baden bei Wien. Nach 9 Jahren Tätigkeit im Bereich Altenbetreuung studierte die Künstlerin Mode bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst Wien (Diplom mit Auszeichnung) sowie textuelle Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Heimo Zobernig (Diplom mit Anerkennungspreis). Derzeit arbeitet Jakob Lena Knebl als Senior Artist an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Jurybegründung
In ihren/seinen Arbeiten, setzt Jakob Lena Knebl die assoziative Fülle des eigenen Denkens mit einer Vielzahl von Ausdrucksmitteln in Verbindung: Performance, Installation, Film, Fotografie, Objekt. Im Hintergrund steht eine kritische Reflexion jener Mechanismen, die dem Wesen sozialer und kultureller Identitätskonstruktion zugrunde liegen. Hierarchien, Ismen, Moden, Hypes, kunsthistorischer Kanon und zeitgenössisches Denken sind bei Knebl Thema und Material für Werke, die sich sowohl subtiler Töne als auch greller Inszenierungen bedienen. In einem radikal physischen Gestus ignoriert er/sie nicht nur die eindeutigen Zuordnungen zu Geschlecht, sondern auch die Grenzen zwischen Genres. Somit fungieren Knebls Installationen als Bühnen, auf denen die Präsenz und Rolle von Körper und Dingen vorgeführt und neu verhandelt werden. Die Arbeiten Knebls zeichnet einerseits das Interesse am kollektiven Formvokabular der Moderne aus, andererseits das Streben nach einer gegenwärtigen, non-konformen und sinnlich-konzeptuell ausdrucksstarken künstlerischen Sprache.
Jury: Nikolaus Gansterer, Andrea van der Straeten, Simon Wachsmuth
www.jakoblenaknebl.com


Anja Manfredi (Künstlerische Fotografie)
Geboren 1978 in Lienz, lebt und arbeitet in Wien. 1998/99 Schule für künstlerische Photographie, Wien, Leitung Friedl Kubelka, 1999 bis 2005 Akademie der bildenden Künste, Wien, Klasse Kunst und Fotografie bei Prof. Eva Schlegel. 2004 bis 2010 Mitarbeit in der Fotogalerie Wien. Seit 2010 Leitung der Schule Friedl Kubelka für künstlerische Photographie, Wien.
Jurybegründung
Anja Manfredi überzeugte die Jury mit einem stringent entwickelten Werk, das klassische fotografische Fragestellungen (zum Beispiel das Verhältnis von Einzelbild zu Serie, von Geste zu Pose betreffend, oder der (Un-) Möglichkeit, Bewegung zu destillieren und zu verdichten) bearbeitet und dabei bildnerisch aktuell und trotz konsequenter theoretischer Argumentation stets zugänglich bleibt. Ihr künstlerischer Prozess bedient sich der Mittel der Recherche und der Montage, ohne dass der genuin bildnerische (oder fotografische) Aspekt in der Arbeit darüber zu kurz käme. Der Frage des (weiblichen) Körpers in aktuellen Körperdiskursen nähert sie sich fotografierend und recherchierend; dass hierbei der Rolle der Bewegung und des Tanzes sowie der Aufzeichnung derselben eine große Bedeutung zukommt, erklärt sich aus Manfredis Arbeiten ganz selbstverständlich. Die Künstlerin widmet sich neben der eigenen künstlerischen Arbeit intensiv der Lehre und Vermittlung; dies bereichert das breit angelegte Werk noch zusätzlich.
Jury: Matthias Herrmann, Ines Lechleitner, Ulrike Lienbacher
www.anjamanfredi.com


LIA (Medienkunst)
Geboren in Graz, lebt und arbeitet in Wien. LIA gilt als eine der Pionierinnen im Bereich Software Art und Net Art. Sie produziert seit 1995 Arbeiten in unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Video, Performance, Installation, Skulptur, Projektion und digitale Applikationen. LIAs Werkzeug ist Code: sie übersetzt ein Konzept in eine formal geschriebene Struktur, welche benutzt wird, um eine "Maschine" zu erschaffen, welche dann in Echtzeit generativen Output erzeugt. Weil LIAs Konzepte im Gegensatz zum formalen, technisch präzisen Code fließender Art sind, kann der Übersetzungsprozess zwischen Maschine und Künstlerin als eine Art Konversation gesehen werden. Der Prozess wird wiederholt, bis LIA mit der Interpretation der Maschine zufrieden ist. Zu diesem Zeitpunkt wird von ihr der generative Rahmen, in dem sich das Kunstwerk entwickeln kann, als endgültig betrachtet.
Jurybegründung
Das einzigartige Oeuvre der Künstlerin LIA umfasst Video, Performance, Installation und Skulptur. Zudem ist sie Pionierin im Bereich Netzkunst und Software Art. Bekanntheit erlangte sie mit ihren generativen Live Audiovisual Performances, beispielsweise bei der Ars Electronica in Linz, der Transmediale in Berlin oder dem Sonar Festival in Barcelona.
Für ihre Live-Performances und Videos arbeitet LIA mit einer von ihr programmierten Software, wobei von ihr filigrane grafisch entworfene Elemente über Sound oder auch direkt über Algorithmen verändert werden können. Abgesehen von der technisch versierten Fertigkeit, mit der sie ihre digitalen Kunstwerke erschafft, weist sie bei ihren Live-Performances ein musikalisches Feingefühl auf und kreiert mit ihren computergenerierten Bildern einen eigenen Kosmos, der sich mit der Zeit zu einem überbordenden Bildkomplex steigert. Diese bewegten Bilder, die an abstrakte Malerei und Zeichnung erinnern, werden durch die Programmierung in die Dimensionen von Zeit und Raum überführt. Für ihr Video int.16/45// son01/30x1 erhielt sie 2006 dann auch den Diagonale- Preis für Innovatives Kino.
Es folgten Arbeiten im Bereich Software Art, beispielsweise Re-Move und Elements. Diese Kunst-Applikationen für Mobiltelefone und Tablets sind generative Bilderzeuger, die vom Benutzer mit Bildmaterial gespeist und spielerisch gesteuert werden können. Neben vielen anderen innovativen Projekten, die sich zwischen Internet und Software bewegen, sei noch Filament Sculptures erwähnt. Dabei erzeugt die Künstlerin mithilfe einer selbst entwickelten Applikation experimentelle Skulpturen im 3D-Druck, wobei die Form und das Material das Medium selbst thematisieren.
LIAs außergewöhnliche medienübergreifende Position, ihr bisher 20jähriges internationales Schaffen und nicht zuletzt ihr Ausloten digitaler Medien unter anderem in Richtung interaktive Programmanwendungen und experimentellen 3D-Druck bewogen die Jury zur Auszeichnung mit dem outstanding artist award.
Jury: Sandro Droschl, Claudia Larcher, Christa Sommerer
www.liaworks.com


< rotor > zentrum für zeitgenössische Kunst (Innovative Kulturarbeit)
< rotor > ist ein Verein für zeitgenössische Kunst und wurde 1999 gegründet. Das Zentrum der Aktivitäten des Vereins ist Graz, seine Tätigkeit erstreckt sich projektbezogen aber auch auf die Steiermark, Österreich und Europa. Das Programm geht von der zeitgenössischen bildenden Kunst aus und konzentriert sich auf jene künstlerischen Produktionen, die sich ausdrücklich mit sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Fragen der Gegenwart befassen. Der öffentliche Raum ist für < rotor > ein bedeutender Ort, um Kunst stattfinden zu lassen, im Bestreben, die Grenzen des Kunstraums zu verlassen und Menschen aktiv mit Kunst in Kontakt zu bringen, das Publikum zu erweitern. Als Zentrum für zeitgenössische Kunst hat der Verein < rotor > nicht nur den Namen Annenviertel geprägt, sondern leistet auch seit Jahren Verknüpfungsarbeit innerhalb des Kunstfeldes und darüber hinaus, indem er Menschen verschiedenster Hintergründe in die Programmgestaltung einbezieht.
In enger Zusammenarbeit mit dem steirischen herbst wurde dieses Arbeitsfeld im Herbst 2016 erweitert und in Koproduktion mit dem Festival wurde der Volksgarten- Pavillon zu einem transkulturellen und künstlerisch interdisziplinären Haus der offenen Tore. An diesem Ort des Zusammenkommens wurden die bestehenden Verhältnisse kritisch diskutiert und Träume von einem Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität formuliert.
Das Projekt wurde kollektiv entwickelt von: Daniela Brasil, Nayarí Castillo, Johanna Hierzegger, Anna Kohlhauser, Anton Lederer, Marleen Leitner, Margarethe Makovec, Maryam Mohammadi, Wolfgang Oeggl, Michael Schitnig, Mário José Santos Soares sowie zahlreichen weiteren IdeengeberInnen.
rotor.mur.at


Weitere PreisträgerInnen:
Simon Mayer (Darstellende Kunst)
Sudabeh Mortezai (Dokumentarfilm)
Mona Willi (Film)
Anna Weidenholzer (Literatur)
Wendy Jim (Experimentelles Modedesign)


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Abbildung: Die PreisträgerInnen mit Bundesminister Thomas Drozda
Foto: Andy Wenzel / BKA

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