Learning from ....
Johanna Hofleitner, 25.01.05
Hendrik Krawen hat gelernt. Einerseits in Düsseldorf, an der Kaderschmiede Kunstakademie. Andererseits in Berlin und von Berlin, wohin er vor etlichen Jahren übersiedelte. Und drittens vermutlich auch von der Kritik. Vielleicht sogar von dieser unserer Internetplattform, auf der ihm das p.t. Collegium anlässlich seiner ersten Wiener Ausstellung in der Galerie Kerstin Engholm 2001 einen eigentümelnden Romantizismus vorwarf, der dem Ruinösen huldigte. "Es rankt sich um ein Leben, das seine beste Zeit hinter sich hat", schrieb der Kollege mit nicht unironischem Unterton.
Nun, für seine zweite Ausstellung in seiner Wiener Galerie hat sich Krawen von dieser konkreten Art Nostalgie jedenfalls teilweise verabschiedet und sich mehr auf andere Stilmittel wie Verfremdung und Konstruktion verlegt. Jetzt schieben sich die Motive - allen voran der immer wiederkehrende blümchenförmige Ostberliner Fünffachstrahler, die in der Größe extrem verzerrten Packkartons und die Figuren-Shilouetten - ganz am unteren Bildrand zusammen. Die Farben sind noch "kranker" geworden: Es dominieren Grau, Schwarz, Beige, gebrochenes Rosarot. Ebenfalls auffallend die Malweise: Konsequent trägt Krawen die Farbe "in der Tradition der lyrischen Abstraktion der New York School" (so legt es jedenfalls der die Ausstellung begleitende Text nahe) mit waagrecht geführter Bürste auf. Doch bei aller angestrengten Überhöhung: Der Witz von Krawens Arbeiten liegt vor allem in ihrer Motivik. Darin, dass die Proportionen bis hart zur Unkenntlichkeit verzerrt sind (Kartonschachteln in Häusergröße mutieren zu Architekturfragmenten für vergleichsweise winzige Figuren). Oder darin dass Relationen grob verschoben werden: der monochrome Nihilismus des Hintergrunds konkurriert mit scherenschnittartiger Präzision des Bildpersonals. Das ist spektakulär unplastisch und spiegelt den Zeitgeist wider. Sicher eine Malerei, die das Zeug hat, "in" zu sein. Ansonsten aber ist sie nicht sonderlich aufregend.

1040 Wien, Schleifmühlgasse 3
Tel: +43 1 585 73 37
Fax: +43 1 585 73 38
email: office@kerstinengholm.com
http://www.kerstinengholm.com
Öffnungszeiten: Di - Fr 13-19, Sa 11-15 h

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.
kerstin engholm galerie
Hendrik Krawen - am Straßenrand oder living in the garden of live
20.01.2005 bis 23.02.2005

Artikel versenden
Artikel teilen Facebook, Twitter,
Google+
Artikel drucken
- Master-Studium Fotografie an der Folkwang Universität der Künste

- Malerei Workshops

- Art Market Studies program in Zurich 2013

- College for Creative Studies; Call for applications: Provost

- UCL Qatar, Call for applications: MA Museum and Gallery Practice

- Nida Art Colony: Call for residency application

- Louis Vuitton Foundation for Creation seeks curator

- MAK-Schindler-Stipendien 2013/2014

- Staatspreis Design 2013

- OK Friends & Energie AG Traumstipendium

- Balmoral- und Landesstipendien 2014

- Salzburger Landespreis für Medienkunst 2013

- Henkel Art.Award.2013

- Postgraduate Studies and call for applications, Willem de Kooning Academy Rotterdam University

- Artistic Director, Botín Centre, Santander, Spain

- Internationales Förderprogramm 2013/14 Lepsien Art Foundation

- Call for applications: MA Museum and Gallery Practice

- Staatstipendien für bildende Kunst 2014

- Staatsstipendien für Video- und Medienkunst 2014

- Staatsstipendien für künstlerische Fotografie 2014

- Bildhaueratelier des Bundes / Praterateliers

- AUSSCHREIBUNG: H13 2013 - Niederoesterreich Preis für Performance

- Ausschreibung Programm 2014 Tiroler Künstlerschaft

- Auslandsstipendien samt Atelierwohnung des BMUKK

- Henkel-Nachwuchspreis Österreich: Förderpreis junger österreichischer KünstlerInnen

- Auslandsstipendien samt Atelierwohnung für Video- Medienkunst - Yogyakarta, Indonesien 2014

- Ausschreibung Dokumentarfotografie Förderpreise 10

- 33. Österreichischer Grafikwettbewerb

- Executive Master in Art Market Studies in Zurich

- Postgraduate Programme in Curating Zurich University of the Arts

- drunter & drüber: Kulturfestival Neustadt - Hamburg

- BMUKK-Stipendium Banff Centre, Alberta/Kanada




